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Gottfried Wilhelm Leibniz    1646-1716

deutscher Philosoph und Mathematiker
Schmetterling
Es ist bekannt, dass eine Bibliothek mit wertvollen gedruckten Büchern zu den Dingen gehört, die durch einfaches
      Bewahren nicht bewahrt werden können, das heißt, sie ist nicht in einem guten Zustand zu erhalten, wenn sie nicht
      vermehrt wird.
Es lohnt sich, die Entdeckungen anderer zu studieren, dass für uns selbst eine neue Quelle für Erfindungen entspringt.
Weder Ehre, Reichtum, Schönheit oder sonst etwas dergleichen, das der Veränderung unterworfen ist, im geringsten
      dazu geeignet ist, eine Ehe beständig glücklich zu machen.
Sagen sie, dass sie nach vielem Nachsinnen und Nagelbeißen kein Deutsch gefunden, so herrliche Gedanken
      auszudrücken gut genugsam gewesen, so geben sie wahrscheinlich mehr die Armut ihrer vermeinten Beredsamkeit
      als der Vortrefflichkeit ihrer Einfälle zu erkennen.
Ja, es scheint, manche dieser Leute haben ihr Deutsch vergessen und Französisch nicht gelernt. Wollte Gott, es wäre
      jedesmal unter zehn solcher fliegenden Papiere eines, so ein Fremder ohne Lachen, ein Patriot ohne Zorn lesen
      könne.
Bewegung ist etwas rein Relatives. Welcher Körper bewegt erscheint und welcher nicht ist allein eine Interpretation
      des Betrachters.
Es ist in der Tat eine große Wohltat Gottes, dass er seiner Kirche die Gewalt gegeben hat, Sünden nachzulassen und zu
      behalten, eine Gewalt, welche die Kirche durch die Priester ausübt, deren Amt daher ohne Sünde nicht verachtet
      werden kann.
Ich gestehe auch, dass ich einen Fehler habe, der in der Welt als schwerwiegend gilt: nämlich häufig gegen das
      Zeremoniell zu verstoßen und bei der ersten Begegnung keinen allzu guten Eindruck zu machen. Wenn man auf
      diese Dinge großes Gewicht legt ... und wenn es gilt zu trinken, um zu gelten, so wissen sie selbst, dass ich dann fehl
      am Platze bin.
Ob auch schon diejenigen einer Todsünde schuldig sind, die nicht glauben, dass ein Gott ist? Ich denke ja, und zwar
      nicht minder, als jene nicht zu entschuldigen sind, die das Werk eines Künstlers zerstören, dessen Existenz sie
      leugnen.
Mit dem Aufhören der Gottesfurcht beginnt die Entfesselung der Leidenschaften und die Herrschaft einer Sinnesart,
      welche die Welt mit einer Sündflut von Blut überschwemmen wird.
Wer seine Schüler das ABC gelehrt, hat eine größere Tat vollbracht als der Feldherr, der eine Schlacht geschlagen.
Es ist demnach die Meinung nicht, dass man in der Sprache zum Puritaner werde und mit einer abergläubischen Furcht
      ein fremdes,aber bequemes Wort als eine Todsünde meide, dadurch aber sich selbst entkräfte und seiner Rede
      Nachdruck nehme.
Ja, es scheint, manche dieser Leute haben ihr Deutsch vergessen und Französisch nicht gelernt.
Wir sind um so freier, je mehr wir der Vernunft gemäß handeln, und umso geknechteter, je mehr wir uns von
      Leidenschaften regieren lassen.
Das also steht fest, dass, was nicht in der Umgangssprache ausgedrückt werden kann, nichts wert ist.
Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?
Nichts geschieht auf einen Schlag; und es ist einer meiner größten und bewährtesten Grundsätze, daß die Natur niemals
      Sprünge macht. Das nannte ich das Gesetz der Kontinuität.
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Überlasst mir die Erziehung und in einem Jahrhundert ist Europa umgestaltet.
Die Wege zur Erkenntnis sind interessanter als die Erkenntnis selbst.
Die vollkommenste Erkenntnis ist diejenige, die zugleich adäquat und intuitiv ist.
Ein großer Erfolg ist eine große Gefahr.
Niemals habe ich um eines Gewinns willen das geringste getan, was mir mein Gewissen vorwerfen könnte.
Die göttliche, absolute Gerechtigkeit ist nichts anderes als eine der Weisheit konforme Liebe.
Weil also die Gerechtigkeit fordert, das Wohl eines anderen um seiner selbst willen zu erstreben, und weil das Wohl
      eines anderen um seiner selbst willen zu erstreben bedeutet, andere zu lieben, so folgt aus der Natur der
      Gerechtigkeit, dass sie Liebe ist.
Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen.
Nicht was dein, was mein, sondern was nützt der ganzen Gemein.
Es ist mein Grundsatz, für das öffentliche Wohl zu arbeiten, ohne mich zu sorgen, ob es mir jemand dankt. Ich glaube,
      dass man damit Gott nachahmt, der sich um das Wohl des Universums sorgt, egal ob die Menschen es anerkennen
      oder nicht.
Es ist eine meiner Überzeugungen, dass man für das Gemeinwohl arbeiten muss und dass man sich im selben Maße,
      indem man dazu beigetragen hat, glücklich fühlen wird.
Denn man hat über Dinge, die man nicht kennt, immer eine bessere Meinung, und Geheimnisse, die enthüllt werden,
      fordern oft den Spott heraus.
Der ewige Friede passt als Aufschrift über Kirchhofspforten; denn nur die Toten schlagen sich nicht mehr.
Und wenn Volkswörter zur Verfügung stehen, so ist es eine Sünde, durch meist unbequeme selbst gemachte Neuwörter
      die behandelten Gegenstände zu verdunkeln.
Was besteht und wirkt, muss einen Grund seines Bestehens und Wirkens haben.
Es genügt also, dieses Vertrauen zu Gott zu haben, dass er alles zum besten tut und dass denen, die ihn lieben, nichts
      schaden kann.
Meine Absicht ist es, die Menschen von den falschen Vorstellungen zu befreien, die ihnen Gott als einen absoluten
      Herrscher darstellen, despotisch Macht ausübend, wenig geeignet und wenig wert, geliebt zu werden.
Gott ist nicht bloß tätig als die allgemeine und verborgene Vorsehung der Welt ... sondern er hat auch seinen besonderen
      geoffenbarten Willen als oberster Gesetzgeber aller Geister ausgesprochen und durch Androhung von Lohn und
      Strafe als Verpflichtung allen auferlegt.
Gott ist der letzte Grund der Dinge, die Erkenntnis von ihm daher ebso das Prinzip aller Wissenschaft, wie seine
      Wesenheit und sein Wille die Prinzipien der Dinge sind.
Unser letzter Zweck ist die Glückseligkeit, aber das einzige geeignete Mittel für diesen Zweck ist die Tugend
      und Geistesbildung.
Nur die Vorstellung des Guten, welche die entgegen gesetzte Vorstellung überwiegt, treibt stets den Willen zur
      Handlung an.
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Ein glückseliges Leben besteht darin, dass man ein vollkommenes, vergnügtes und ruhiges Gemüt hat und nutzt.
Jeder Moment, in dem du glücklich bist, ist ein Geschenk an den Rest der Welt.
So ist das Glück in seinem ganzen Umfang genommen die größte Lust, deren wir fähig sind, und das Unglück ebenso
      genommen der größte Schmerz, den wir fühlen können. Und der unterste Grad dessen, was man Glück nennen
      kann, ist derjenige Zustand, wo man, von jedem Schmerze frei, ein solches Maß gegenwärtiger Lust genießt, dass
      man mit einem geringeren nicht zufrieden sein kann.
Der wahre Glaube ... ist nicht nur reden, ja nicht nur denken, sondern praktisch denken, das ist tun, als wenn es
      wahr wäre.
Ohne Zweifel liegen in China zahlreiche Geheimnisse von Natur und Kunst verborgen, von denen wir nichts wissen, und
      es ist nur recht und billig, dass wir sie im Austausch erhalten, dass ihr Orden bereits nach China getragen hat.
Klarheit in den Worten, Brauchbarkeit in den Sachen.
Ich bekenne ihnen sehr gern, dass ich um jeden möglichen Preis in der Gemeinschaft der römischen Kirche sein möchte,
      wenn ich es nur mit einer wahren Ruhe des Geistes und mit diesem Frieden des Gewissens vermag, den ich
      gegenwärtig genieße.
Das Wesen der Katholizität besteht nicht darin, Rom äußerlich anzugehören; sonst würden alle, die ungerecht aus der
      Kirche ausgeschlossen wurden, wider Willen und gegen ihre Schuld aufhören, Katholiken zu sein. Die wahre und
      wesentliche Gemeinschaft, die bewirkt, dass wir zu dem Körper Jesu Christi gehören, ist die Liebe.
Alle, die durch ihre Schuld die Kirchenspaltung bestätigen, indem sie der Wiederversöhnung gegen die Liebe Hindernisse
      entgegensetzen, sind wahre Schismatiker; dagegen sind diejenigen, die bereit sind, alles nur Mögliche zu tun, um
      auch in die äußere Gemeinschaft einzutreten, wirkliche Katholiken.
Es gibt kein größeres Einzelinteresse, als die allgemeinen Interessen zu den eigenen zu machen.
Nun genügen aber alle Beispiele, die eine allgemeine Wahrheit bestätigen, mögen sie noch so zahlreich sein, nicht, um die
      allgemeine Notwendigkeit eben dieser Wahrheit festzustellen; denn es folgt nicht, dass, was geschehen ist, immer
      ebenso geschehen wird.
In Dreiviertel unserer Handlungen sind wir Automaten.
Die Handlungen der Menschen leben fort in den Wirkungen.
Gesetzt, wir halten etwas für gut, so ist es unmöglich, dass wir es nicht auch wollen; gesetzt, wir wollen es und kennen
      zugleich die uns zu Gebote stehenden Hilfsmittel, so ist es unmöglich, dass wir es nicht ausführen.
Unsere Missionare sollen sich bemühen im Austausch für die europäischen Wissenschaften, die sie nach China tragen,
      uns das chinesische Wissen zurückzubringen.
Wenn die Chinesen unsere Wissenschaft gelernt haben, jagen sie eines Tages die Europäer fort, so dass es mir scheint,
      dass keine Gelegenheit versäumt werden sollte, sich durch einen Austausch ihrer und unserer Kenntnisse zu
      entschädigen.
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Wie liebenswert die Einheit der Kirche ist und wie schwere Schäden aus der Kirchenspaltung erwachsen, werden
      verständige Männer, die auch nur ein wenig Gefühl für Frömmigkeit haben, nicht bestreiten.
Die haben nicht Gottes Liebe, die nicht die Einheit der Kirche lieben.
Die ältesten sprachlichen Überreste sind in den Namen von Flüssen und Wäldern überliefert, die meist auch dann
      erhalten bleiben, wenn die Anwohner gewechselt haben.
Halte es für einen zuverlässigen Grundsatz: Wenn der Mensch wider das mystische Leben redet, so kennt er es nicht und
      hat keinen Begriff von der inneren Regeneration.
Musik ist die versteckte mathematische Tätigkeit der Seele, die sich nicht dessen bewusst ist, dass sie rechnet.
Die Freude, die uns die Musik macht, beruht auf unbewusstem Zählen.
Man hat über Dinge, die man nicht kennt, immer eine bessere Meinung; Geheimnisse, die enthüllt werden, fordern oft
      den Spott heraus.
Lieben heißt, unser Glück in das Glück eines anderen zu legen.
Jeder Liebende strebt das Wohl der geliebten Person als solcher an.
Liebe ist allumfassendes Wohlwollen, und Wohlwollen ist Gesinnung zur Liebe.
Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben
      in die Hände.
Es ist unwürdig, die Zeit von hervorragenden Leuten mit knechtischen Rechenarbeiten zu verschwenden, weil bei Einsatz
      einer Maschine auch der Einfältigste die Ergebnisse sicher hinschreiben kann.
Der Raum ist die Ordnung der zur gleichen Zeit existierenden Dinge, die Zeit die Ordnung ihrer kontinuierlichen
      Veränderungen.
Ich beginne als Philosoph und endige als Theologe. Eines meiner großen Prinzipien ist dieses, dass nichts ohne Grund
      geschehe. Das ist ein Prinzip der Philosophie. Im Grunde ist dies aber nichts anderes als die Anerkennung der
      göttlichen Weisheit, obwohl ich davon nicht an erster Stelle spreche.
Ich komme nur zur Philosophie, so wie man sie einrichten und betreiben müsste - gleichermaßen um der Wahrheit wie
      um des Christentums willen.
Denn die Philosophen übertreffen die schlichten Menschen nicht immer nur darin, dass sie andere Dinge bemerken als
      jene, sondern dass sie sie anders bemerken, nämlich mit dem Auge des Geistes, mit dem Nachdenken, Aufmerken
      und Vergleichen.
Ich tue, was ich kann, und auch wenn mir kein Erfolg beschieden ist, werde ich trotzdem zufrieden sein. Gott wird
      seinen heiligen Willen vollziehen und ich habe meine Pflicht getan.
Es gibt freilich auch zivilrechtliche Personen wie etwa Vereine; dennoch haben sie einen Willen, und zwar einen solchen,
      wie ihn zusammengesetzte Glieder oder natürliche Personen im Falle ihrer Uneinigkeit für eine einzige Gesamtperson
      gehalten wissen wollen.
Ordnung, Proportionen, Harmonie entzücken uns, Malerei und Musik sind Beispiel dafür.
Die Ordnung, das Ebenmaß, die Harmonie bezaubert uns...Gott ist lauter Ordnung. Er ist der Urheber der
      allgemeinen Harmonie.
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Die Seele ist der Spiegel eines unzerstörbaren Universums.
Indem Gott rechnet und seinen Gedanken ausführt, entsteht die Welt.
Gott hätte die Welt nicht erschaffen, wenn sie nicht unter allen möglichen die beste wäre.
Schöne Dinge begehren wir, weil sie erfreulich sind. Ich definiere die Schönheit nämlich als dasjenige, dessen
      Betrachtung erfreut.
Schach ist eine Übung der Denkfähigkeit und der Erfindungsgabe: Wir müssen nämlich überall dort, wo wir uns der
      Vernunft bedienen, eine ausgearbeitete Methode zum Erlangen des Ziels haben.
Die erstaunliche Logik und die mathematische Exaktheit stellen das Schachspiel auf eine Stufe mit jeder exakten
      Wissenschaft, während Schönheit und Bildhaftigkeit seiner Ausdrucksform im Verein mit künstlerischer Phantasie es
      in eine Reihe mit allen anderen Künsten rücken lässt.
Ich strebe nicht danach, dass meine Sammlung sich von andern darin unterscheidet, dass man von mir sagt, ich hätte den
      ganzen Stoff zusammengetragen; worauf ich Wert lege, ist dass ich bringe, was die anderen noch nicht haben.
Es geschieht nur zu oft, dass die Frömmigkeit durch äußere Formen erstickt und das göttliche Licht von den Meinungen
      der Menschen verdunkelt wird.
Damit zu spielen und öffentlich zu bekennen, was man nicht glaubt, geziemt sich weder für einen gewissenhaften noch
      für einen ehrlichen Mann.
Der wahre Zweck von Religion soll sein, die Grundsätze der Sittlichkeit tief in die Seele einzudrücken.
Gegen öffentliche Feinde im Staate ist jeder Bürger Soldat, sonst droht uns der Umsturz aller Ordnung.
Jede Rede ist umso verständlicher, je mehr ihre Ausdrücke der Volkssprache entnommen sind.
Reichtum ist das Erste und Nötigste bei einer Sprache; er besteht darin, dass kein Mangel, sondern vielmehr ein
      Überfluss aufscheine an bequemen und nachdrücklichen Worten, die zu allen Gelegenheiten passen, damit man alles
      kräftig und sachgemäß vorbringen und gleichsam mit lebenden Farben abmalen könne.
Es ist bekannt, dass die Sprache ein Spiegel des Verstandes, und dass die Völker, wenn sie den Verstand hoch
      schwingen, auch zugleich die Sprache wohl ausüben.
Das Band der Sprache, der Sitten, sogar auch des gemeinsamen Namens vereinigt die Menschen auf eine starke, wenn
      auch unsichtbare Weise und bewirkt eine Art Verwandtschaft.
Alles. was sich nicht mit Mitteln der Volkssprache auseinandersetzen lässt, damit ist es nichts.
Wir gebrauchen die äußeren Sinne, wie ein Blinder seinen Stock braucht, und sie geben uns Kenntnis von ihren
      besonderen Objekten, d.h. den Farben, Tönen, Gerüchen, Geschmäcken und den Tastqualitäten. Dagegen geben sie
      uns nicht zu erkennen, was diese sinnlichen Qualitäten sind, noch worin sie eigentlich bestehen.
Wir sind umso freier, je mehr wir der Vernunft gemäß handeln, und umso mehr geknechtet, je mehr wir uns von den
      Leidenschaften regieren lassen.
Ich war über nichts glücklicher, als dass ich meine Studien nicht nach der Meinung anderer, sondern nach meinem
      eigenen Willen gestaltet hatte.
Nichts fördert die Spaltung von Gläubigen und die Bildung von Sekten mehr als der Versuch, die Vertreter abweichender
      Meinungen mit Wort und Schrift zu unterdrücken. Sie können nicht besser als durch Nichtachtung bekämpft und
      zum Schweigen gebracht werden, so wie die Fackeln auflodern, wenn man sie herum schwingt, aber erlöschen,
      wenn man die Luftzufuhr verhindert.
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Das Übergewicht der Neigungen entschuldigt den Menschen nicht, dass er nicht Herr seiner selbst ist; er soll seine Kraft
      gebrauchen lernen, die in der Vernunft besteht.
In Wahrheit verirren wir uns gern, führen unseren Geist spazieren und gehen Regeln und Ordnungen aus dem Wege.
Keine Kraft geht in der Welt verloren, und nicht bloß die Seelen der Menschen sind unsterblich, sondern auch alle ihre
      Handlungen. Sie leben fort in ihren Wirkungen.
Ich halte den Himmel für mein Vaterland und alle wohlgesinnten Menschen für dessen Mitbürger.
Alles, was der Gesellschaft, das heißt dem Menschengeschlecht und der Welt nützt, ist ehrenvoll, alles, was ihr schädlich
      ist, schändlich.
Den meisten Menschen ist es kein Ernst. Sie haben die Wahrheit nicht gekostet und stecken in einem unheimlichen
      Unglauben.
Wie ein geringeres Übel eine Art Gut ist, ebenso ist ein geringeres Gut eine Art Übel, wenn es ein größeres
      Gut verhindert.
Man kann das Übel in metaphysischer, physischer und moralischer Hinsicht unterscheiden. Das metaphysische besteht in
      der einfachen Unvollkommenheit, das physische im Leiden und das moralische in der Sünde.
Im Schlaf und in der Ohnmacht hat uns die Natur ein Beispiel gezeigt, woraus wir schließen können, dass der Tod
      nicht ein Aufhören aller Funktionen ist, sondern nur eine Unterbrechung gewisser besonders deutlich bemerkbarer
      Funktionen.
Man ist mit seinen Talenten Gott und dem Allgemeinwohl verpflichtet.
Alles was mich körperlich oder geistig beengt, kommt daher, dass ich nicht in einer großen Stadt wie Paris oder London
      lebe, welche an großen Männern Überfluss haben.
Weisheit ist nichts anderes als die Wissenschaft der Glückseligkeit, so uns nämlich zur Glückseligkeit zu gelangen lehrt.
Wer die Wahrheit sucht, darf die Stimmen nicht zählen.
Und im allgemeinen bin ich der Ansicht, dass nichts wahrer ist als das Glück und nichts beglückender und angenehmer
      als die Wahrheit.
Ich habe von jeher versucht, die Wahrheit, die unter den Ansichten der verschiedenen philosophischen Sekten begraben
      und verstreut liegt, aufzudecken und mit sich selbst zu vereinigen, und ich glaube, von meiner Seite dazu mitgewirkt
      zu haben, dass wir hierein einige Schritte vorwärts gekommen sind.
Für uns gibt es nur zwei Wege, um die zufälligen Wahrheiten zu erkennen: der eine ist der der Erfahrung, der andre der
      der Vernunft.
Die Menschen sind verschieden, doch die Wahrheit ist eine, und alle, die sie suchen, auf welchem Gebiet es sei,
      helfen einander.
Die Irrtümer der Menschen werden durch die göttliche Vorsehung gelenkt, so dass oft schlechte Entschlüsse zum
      Guten führen.
Vielleicht zielt die höchste Vorsehung darauf hin, dass, während sich hoch zivilisierte, aber weitest entfernte Nationen die
      Hand reichen, allmählich auch die Völker der dazwischen liegenden Regionen zu einem vernunftgemäßeren Leben
      geführt werden.
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Das Vermögen, welches die Verbindung der Wahrheiten untereinander einsieht, heißt im eigentlichen Sinne Vernunft.
Niemand hat weniger den Geist eines Zensors als ich. Es klingt seltsam: ich billige das meiste, das ich lese ... Mir, der ich
      weiß, wie verschieden die Dinge genommen werden können, fällt beim Lesen meistens etwas ein, wodurch die
      Schriftsteller entschuldigt oder verteidigt werden.
Es scheint, die allgemeine Bequemlichkeit sei nicht gut; indem sie machen, dass die Menschen ihr Leben mit ihrer Zeit
      gleichsam unbemerkt verlieren und es nicht genugsam brauchen noch empfinden.
Ein Teil des Lebens geht zu Grunde, so oft eine Stunde verschleudert wird.
Solche ewigen Wahrheiten sind die Zahlen in der Rechenkunst; die Wahrheiten der Figuren in der Messkunst, die
      Wahrheiten der Bewegung in der Gewichtkunst, und in der Sternkunst. Und deswegen sagt man mir Recht, dass
      Gott alles nach Zahl, Maß und Gewicht gemacht habe.
Gott freut sich der ungeraden Zahlen.
Die imaginären Zahlen sind ein wunderbarer Schatz des menschlichen Geistes, fast eine Amphibie zwischen Sein
      und Nichtsein.
Das die Zahlen die tiefsten Geheimnisse in sich bergen - davon ist man schon seit den Zeiten des Pythagoras überzeugt.
Wenn es den meisten Menschen erlaubt wird, sich den allgemeinen Vergnügungen hinzugeben, wird es mir gestattet sein,
      für den Fortschritt der Wissenschaften zu arbeiten.
Der Sinn und das Kennzeichen echter Wissenschaft besteht nach meiner Meinung in den nützlichen Erfindungen, die
      man daraus herleiten kann.
Ich habe immer gedacht, dass man das Menschengeschlecht bessere, wenn man die Jugend bessert.
Alles ist also im Menschen, wie überall, im voraus sicher und bestimmt, und die menschliche Seele ist somit eine Art
      geistiger Automat.
Was das Wollen selbst anbetrifft, so ist es unrichtig, wenn man sagt, daß es Gegenstand des freien Willens sei.
Die Natur macht keine Sprünge. / Natura non saltum facit.auch Natura non facit saltus.
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