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Otto Leixner von Grünberg    1847-1907

deutscher Journalist und Schriftsteller
Schmetterling
Eine kleine Stelle, die du ganz ausfüllst, ist ein Ehrenplatz, die größte, der du nicht genügst, ein Pranger.
Unsere Vorzüge sind für die Selbsterziehung oft viel gefährlicher als unsere Mängel.
Alles kann in Mode kommen, nur echte Weisheit nicht.
Manche Menschen haben im Herzen eine Essigmutter. Gieße das Süßeste in ihre Seelen, es wird sauer.
Die Leute, die mit Donnerworten jede Autorität im Himmel und auf Erden leugnen, nehmen innerlich eine aus: die ihrige.
Gedanken sollen Fernrohre sein, werden aber zumeist als Scheuklappen benutzt.
Es ist kein Verdienst, weise zu sprechen, wenn man nicht mehr die Kraft besitzt, unweise zu handeln.
Von niemandem geliebt zu sein, großes Leid! Niemanden lieben können: Tod mitten im Leben.
Zeit haben, heißt Willen haben. Die Willensschwachen haben nie Zeit.
Eins, Dichter, merk' vor allen Dingen: Gedanke nur kann Gedanken zwingen.
An verblendeter Mutterliebe sind mehr Menschen zugrunde gegangen als an der gefährlichsten Kinderkrankheit.
Unglücklich, wer niemals im Leben mußte. Er wird nie wahrhaft wollen lernen.
Der weiseste Professor, den es gibt, ist das Leben. Aber auch ihm gelingt es nicht, dumme Zuhörer weise zu machen.
Gutes erfährst du im Gespräche mit lieben guten Menschen; das Beste in offener Zwiesprache mit deinem Selbst. Vergiß
      über dem Guten nicht das Beste, über dem Besten nicht das Gute.
Es gibt kein größeres Glück als ein friedliches Haus. Aber auch kaum ein Unglück, das mehr am Herzen frißt, als
      Unfrieden im eigenen Hause.
Nicht wir finden die Wahrheit; sie findet uns.
Wer viel verlangt, der hastet viel, den flieht das heißbegehrte Ziel; wer stille strebt auf graden Wegen, dem kommt zuletzt
      das Ziel entgegen.
Echte Dummheit ist eine unheilbare Krankheit.
Begeisterung ist ein Feuer, das die Innenwelt in Fluss erhält. Aber Vernunft muss ihr die Gussform richten, in die sich das
      geschmolzener Metall ergießt.
Lächelnde Feinde sind die unversöhnlichsten.
Fremde Schuld kann die deinige veranlassen, aber niemals entschuldigen. Wer sich erst einmal erkannt hat, klagt nie
      mehr jemand anderen an als sich selbst.
Versöhne dich mit dem Heute, wie es sei, sonst wird dir das Morgen zum Todfeind.
Die meisten Frauen gehorchen dem Manne sehr gern; nur muß er verlangen, was sie selber wollen.
Gut kann man geboren sein, gütig aber wird man.
Mehr als Frieden in sich kann auch der Größte nicht haben.
Reisen ist oft nichts anderes, als die Flucht vor sich selbst. Aber das Ich holt dich immer ein.
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Der zu laut und zu oft seinen eigenen Namen kräht, erweckt den Verdacht, auf einem Misthaufen zu stehen.
Was ein anderer errungen hat, schreiben wir meistens dem Glück zu, was wir erringen, dem Verdienst.
Wie arm wäre das Menschenleben, wenn wir nicht irrten!
Selbstsucht kettet die Menschen gewaltsam zusammen, vereinigen aber kann sie nur die Liebe.
Der billigste Luxus ist der gute Geschmack.
Die beste Erziehung ist jene, die einen festen, gesunden Grund legt zur Selbsterziehung.
Von dem Zukunftsstaat werden auch die Herren Ärzte sehr viel lernen können: er will acht Stunden Schlaf verbürgen.
      Da werden sicher gesunde Nerven wieder in Mode kommen.
Reif sein, heißt, jenseits der Wünsche leben. Die Jugend aber muß wünschen, und durch die Enttäuschungen schreiten,
      wenn sie jemals zur Reife gelangen will.
Du willst mit nüchternem Verstand das Göttliche beweisen? Das heißt, nach einem Fabelland auf Eisenbahnen reisen.
Wäre des Lebens Zweck nur das Leben, so könnte es einen erbärmlicheren nicht geben
Menschen und Kunstwerke vertragen nur einen bestimmten Grad von Feinheit. Darüber hinaus werden sie krank
      und kraftlos.
Immer Nein zu sagen, ist nicht ein Zeichen von Kraft, sondern nur von Beschränktheit.
Willst du jemanden trösten, so mußt Du aus seinem Wesen heraus eine Gegenkraft entwickeln, damit er selbst sich
      trösten kann.
Kannst du nicht, was du aus reinem Geiste willst, so adle, was du mußt.
Wir haben in den trübsten Stunden ein Heilmittel zur Hand: das Denken an eine geliebte Menschenseele.
Dem Erregten erscheint der Ruhige stets herzlos. Und doch kann dieser tiefer fühlen und besser denken.
Wenn es den Menschen treibt, seinen Leidenschaften nachzugehen, weil er zu schwach ist, sie zu beherrschen, so
      erfindet er eine Weltanschauung, in der die Schwäche als Heldentum erscheint.
In Zeiten der Begeisterung für das Vaterland zu sterben ist leichter, als in den nüchternen Tagen dafür zu leben mit
      Gedanken, Wort und Tat.
Frechheit ist fast immer die Maske der Feigheit. Der Mutige ist ruhig.
Der verneinende scheulose Witz ist der Vorläufer der rohen Gewalt.
Mancher reichbegabte Mensch geht zu Grunde, weil ihm eins fehlt: Pflichtgefühl.
Morgen ist auch noch ein Tag! Gewiß, aber vielleicht ist der heutige dein letzter.
Jedes Glück, das wir genießen, indem wir andern Schmerz bereiten, träufelt einen Tropfen Gift in unsere Seele.
In Zeiten, wo die Gemütskräfte erschlaffen, hört man viel mehr reden von Menschenrechten, als von
      Menschenpflichten.
In der Einsamkeit tugendhaft zu sein, ist ein Kinderspiel. Solche Tugend ist vorgestellte Kraft - sie hebt keine Lasten.
Gemeine Seelen verzeihen dir niemals, daß du ihnen etwas zu verzeihen hast.
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Je mehr du Leidenschaften nährst, desto hungriger werden sie.
Jeder, der ein anständiger Mensch zu scheinen strebt, bekennt unbewußt, daß er es sein müßte.
Wissen bedeutet noch nicht Können.
Arbeite treu! Und die Hälfte der dir bestimmten Leiden geht wie blind an dir vorüber.
Es gibt eins, von dem man um so weniger besitzt, je mehr man davon andern raubt: Ehre.
Die Menschenkenntnis, die man bei einem Volke errungen hat, darf man nicht ohne weiteres auf die Mitglieder eines
      zweiten übertragen.
Selbstbeherrschung bezeichnet nicht, daß beherrscht werde das Selbst, sondern daß es selber herrscht und das Ich dient.
Trau niemals einem Menschen, der sich die Haare färbt. Er färbt auch seine Gefühle.
Jedes Lustgefühl, das wir uns nur bereiten können, wenn wir andern Schmerz bereiten, müssen wir einmal mit
      Zinseszins zurückgeben.
Wer sich einer Sippe zugesellt, legt meist seinen Geistesaugen Scheuklappen an.
Die Eitelkeit kann ein Weib krank machen, den Mann aber tötet sie.
Die Weisheit, die Dich bittres Lachen lehrt, die war der ganzen Mühe gar nicht wert.
Wer sich gehen läßt, wird niemals frei. Flügel gewinnt, wer sich bindet.
Nur gemütsarme Zeiten sind sehr witzig.
Zwischen Mann und Frau, die füreinander zu fühlen beginnen, ist Schweigen das gefährlichste Zwiegespräch. Es reißt oft
      jäh die Schranken nieder, die das Wort aufgerichtet hat.
Der nun halb verflossene Naturalismus war eine Circe: Er hat manche Schriftsteller in Schweine verwandelt.
Der gefährlichste Schmeichler ist das eigene Ich.
Die Bildung unseres Kopfes eilt oft der Bildung unseres Herzens so weit voran, daß beide sich niemals im Leben zu
      gemeinsamer Arbeit vereinen können.
Das Lachen einer warmherzigen Mutter ist ein Klang, der durch ein langes Menschenleben forttönen kann.
Nur wer seine Kraft bindet, erhält ihr die Spannung, durch die sie Wirkung erzeugt. Die ganz entfesselte verzittert in
      nichtigen Wellen.
Schwache Menschen werden sehr selten stark, wohl aber können sie hart werden.
Jede treu erfüllte Pflicht, mag sie uns auch noch so verhaßt sein, ist ein Mittel der sittlichen Selbsterziehung.
Es ist begreiflich, daß Verleumder ihren Schmutz nach dem Reinen schleudern. Würfen sie ihn nach dem Schmutzigen,
      dann würden sie ja nicht einmal bemerken, ob er das Ziel getroffen hat.
Die Kunst des Tröstens lernt man nur in der Schule des Leids.
Weder Gefühle noch Gedanken kannst du geschenkt erhalten. Du selbst mußt sie nachfühlen und nachdenken, wenn du
      sie nachleben willst.
Der gewöhnliche Schriftsteller ist ein Mensch, der Dinge aufschreibt, die anderen eingefallen sind.
Der Mensch kann niemanden so bitter hassen als sich selbst, weil er von Natur geneigt ist, sich am meisten zu lieben.
Die Gerechtigkeit ehelichte Ungerechtigkeit. Sie bekamen ein Kind und tauften es Gesetz.
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Die äußeren Rücksichten verhindern die Entwicklung der inneren Freiheit und Einheit, die den höchsten, durch nichts
      ersetzbaren Besitz des Mannes darstellen.
Männer und Frauen, die zu viel geliebt worden sind, verlieren oft die Fähigkeit, selber zu lieben.
Der Weg des Gelehrten ist, zu sammeln, was andere wissen; der Weg der Tugend aber, zu können, was das Selbst weiß.
      Damit es aber spreche, muß das Ich schweigen.
Viele sagen die Wahrheit nur dann, wenn sie eine Bosheit damit verknüpfen können.
Will Dummheit majestätisch treten in Erscheinung,tritt sie vor uns vermummt als öffentliche Meinung.
Ehre ist ein merkwürdiges Ding. Man kann davon in der Mehrzahl viel besitzen und in der Einzahl nichts.
Manches scheint kräftig und ist nur geschwollen. Das gilt auch von Büchern.
Der Menge stets zu schmeicheln, ist ein Zeichen von niedriger Gesinnung; ihr stets grobe Wahrheiten zu sagen, spricht
      für Hochmut und Lieblosigkeit.
Die Tugend mancher Menschen besteht bloß durch die leidenschaftliche Liebe zur Bequemlichkeit.
Dem großen Manne folgt als Schatten die Gemeinheit seiner kleinen Freunde.
Richte nie den Wert des Menschen schnell, nach einer kurzen Stunde. Oben sind bewegte Wellen,doch die Perle
      liegt am Grunde.
Selbstsüchtige schmeicheln den kleinen Schwächen der Mitmenschen, um desto sicherer die großen ausnützen
      zu können.
Am meisten Knecht seines Ichs ist der Herrschsüchtige.
Mancher besitzt Kraft genug, den höchsten Berg zu erklimmen, aber er verschwendet sie mit dem Abtragen von
      Maulwurfshügeln an dessen Fuße.
Spott und Spott sind nicht gleich; der eine kommt aus blutendem Herzen, der andere aus vereistem Gemüt.
Viel Einbildungskraft, heißes Blut und schwacher Wille, das ist eine der gefährlichsten Mischungen von Eigenschaften.
Über die Hälfte unserer Lebenszeit handeln wir als Toren, und gar mancher muß sterben, wenn er eben begonnen hat,
      weise zu sein.
Es ist merkwürdig, mit wie wenig Verstand man glatt durchs Leben kommen kann, und wie viel Vernunft und
      Gemütskraft oft nötig sind, um überall zu scheitern.
Es gehört mehr Willenskraft dazu, kleiner Schwächen Herr zu werden, als offenbare Laster zu beseitigen.
Der Durchschnittsmensch wird durch alle Erfahrungen nicht weise, sondern bestenfalls vorsichtig.
Ironie kann ebenso gut aus hohlem Kopf wie aus vollem Herzen stammen.
Unsere größten Schwächen sind die, von denen niemand etwas bemerkt, weil wir die größte Kraft aufwenden, sie
      zu unterdrücken.
Wer Bibliotheken mit dem inneren Auge schaut, dem erscheinen sie mehr als Leichenhäuser denn als Saatfelder
      des Geistes.
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Liebe, die in Haß umschlagen kann, ist niemals echte Liebe gewesen, denn sie wollte nur besitzen.
Trösten ist eine Kunst des Herzens. Sie besteht oft nur darin, liebevoll zu schweigen und schweigend mitzuleiden.
Wie verschieden die Sprache sich ausdrücken kann! Was wir zum Beispiel bei uns »berechtigten Stolz« nennen,
      bezeichnen wir bei anderen als »Unverschämtheit«.
Weißt du, woran sich echter Stolz am besten erkennen läßt? Er ist frei vom Neide.
Die Abenddämmerung ist Morgenrot für die andere Erdenhälfte. Mensch, der du dem Ende entgegenwandelst, gedenke
      dessen immerdar!
Die Leidenschaft ist der größte Sophist.
Liebe, und handle aus Liebe, dann gibt es für dich keinen Winter des Gemüts.
Geldmenschen verzeihen dir alles, nur eines nicht: Mangel an Demut vor dem Geldsack.
Nicht vor dem Tode, nur vor dem Leben sollte man sich fürchten, denn nur dieses kann die Seele töten.
Niemals ist zu überzeugen, wer zu wissen glaubt. Darum wird der Halbgebildete so leicht zum zügellosen Eiferer.
Bei gar manchen Frauen wohnt die Leidenschaft in der Einbildungskraft. Sie können dabei innerlich kühl sein.
Die Jugend jeder Zeit verspottet gar vieles, was sie, zur Mannheit gelangt, achten und verehren wird; und sie bewundert,
      worüber sie einst lächeln wird.
Wenn zwei Notwendigkeiten mit den Köpfen zusammenstoßen, so gibt es einen Funken - die Menschen nennen
      ihn »Zufall«.
Schlechtes Gewissen macht feige oder frech.
Unser Wissen lastet oft wie Schutt auf unseren Seelen, so daß die Saat des Gemüts erstickt wird.
Man sollte seine Meinungen stets mit dem Vorbehalt vertreten: »Vielleicht habe ich recht.« Man bliebe dadurch bewahrt,
      das Recht der Andersdenkenden zu verletzen.
Drei schöne Dinge gibt es mit G: Geist, Gesundheit und Geduld. Das schönste an ihnen ist, daß sie sich mit dem
      vierten G: Geld nicht erkaufen lassen.
Völker lassen sich durch geschichtliche Erfahrungen niemals belehren - sie glauben erst, nachdem sie gelitten haben.
Wenn Tagespolitiker gar keine Gründe mehr auftreiben können, dann berufen sie sich auf die Überzeugung der Mehrheit
      des Volkes - nachzählen kann ja niemand.
Es ist leicht, über alles zu schreiben, wenn man es zu vermeiden weiß, über irgend etwas zu denken.
Wenn der Kritik nichts mehr zum Verneinen übrig bleibt, zerstört sie sich selber.
Es kann ein Ganzes werden nie dein Wissen, Wenn Du im tiefsten Sein bist selbst zerrissen.
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