Startseite Sprichwörter Zitate Kalender

Autoren nach Ländern Autor des Monats aktuelles Zitat / Sprichwort


Emil Baschnonga    *1941

schweizer Schriftsteller und Aphoristiker
Schmetterling
Aus Fehlern lernen? Daraus entwachsen neue Fehler.
Ochsen ziehen das Schicksal. Esel bocken davor. Der Fuchs geht an ihm vorbei. Er weiß, daß es ihm
      von selbst nachläuft.
Jeder Einfall braucht zwei: Einen, der ihn hat. Einen, der ihn zeigt
Ein Pfuscher in eigener Sache wird mitunter ein tüchtiger Kritiker in fremder.
Die Pleite ernährt Geier auf Kosten der Gläubiger.
Wer Sprengsätze wählt, muß treffsicher sein.
Wer kein Schwein hat, muß die Trüffel selber suchen.
Nicht Daunen, Gedanken sind des Kopfes bestes Kissen.
Kultur: Ein Ideal im Muster der Natur gesucht, gefunden und verwirklicht.
Unlustgefühlen kann niemand ausweichen. Das heißt aber noch lange nicht, daß man sich mit ihnen abgeben muß.
Dem jungen Menschen winken Erfahrungen zu, dem alten nach.
Der Wahrheitsfanatiker zürnt dem Paradox; der Weise schließt es in die Arme.
Das, woran sich die Zunge wetzt, hält ihr stand.
Auf der Ebene ist Standhaftigkeit kein Verdienst.
Wo Ansichten zu Standpunkten werden, ist der Bewegungsspielraum arg eingeengt.
Wären wir wirklich frei, fragten wir nicht nach der Grundfreiheit.
Reißt des Hampelmanns Schnur, meint er, es sei die Geduld.
Die erste Kindheit ist verzwiebelt, die zweite versteinert.
Oft mündet die Tiefe in eine Grabkammer.
Nicht auf die Länge, auf die Dauer kommt es bei der Liebe an.
Die Notlüge ist wie die Notbremse, in Griffnähe.
Altklug wird jung alt.
Der Geist serbelt dahin... Rasch eine Bildtransfusion!
Die Dialektik kneift die Wahrheit so lange, bis sie blaue Flecken bekommt.
Massenmedien finden Medienmassen.
Nach allem Spießrutenlaufen endete er auf der Leimrute.
Ruhestand: Entlassung aus dem Bruttosozialprodukt.
Wer etwas durch die Blume sagen will, darf keine zu heikle wählen, sonst verwelkt sie, ehe es gesagt ist.
Selbstverschuldet, wer sich an seiner Menschenkenntnis verletzt.
Knappe sind die besten Mittel zum soliden Lebenswandel.
top Schmetterling Schmetterling Schmetterling down
Die Langeweile anderer kann viel zur eigenen Kurzweil beitragen.
Die Gelegenheit beim Schopf packen, sofern sie einen hat.
Manches, was als Duett beginnt, endet im Duell.
Sittsam ist sattsam bekannt.
Warum zahlen so viele Leute Eintritt, wenn ihnen das Ganze erst am Ausgang gefällt?
Was das Leben an Rollen verteilt, das sammelt der Tod als Hülsen.
Was verengt die Optik? Durch Rollen gucken. Wann sieht keiner mehr durch sie hindurch? Wenn einer drinnen steckt.
Wer sich selbst entdeckt, verdecke das.
Gäbe es nicht solche, die etwas leisten, hätten viele nichts zu lästern.
Nicht jeder Bruch ist mathematischer Auflösung wert. Es genügt, ihm den Bruchstrich zu rauben.
Schweigen verhalf ihm zu Gehör.
Das Tagesgeschehen ist so sehr an den Rand gerückt, daß selbst für Randnotizen kein Platz mehr ist.
Der Teppich wird vor Würdenträgern ausgerollt. Anders brächte man sie nicht zum Laufen.
Die Psychologie teilt den Menschen in zwei Hälften, was ihr leichtfällt, da sie das Ganze meistens schon
      entzwei geschnitten vorfindet.
Die Scham wird dann peinlich, wenn man sie ablegen will.
Herbst: Wenn das Wild im Pfeffer liegt.
Muster, es wird vergessen, sind bloß Kostproben von Möglichkeiten.
Wer bei den Größten zur Schule geht, merkt, daß sie gerade das, was uns nebensächlich vorkommt, mit größter Mühe
      und peinlichster Sorgfalt am ergiebigsten behandeln.
Der Blick in die Weite hilft zuweilen, daß man sich auf das Nächste besinnt.
Vielerlei hübsche Fortschritte sind zu verzeichnen: Ofenkacheln als Wandschmuck.
Der Kluge packt aus; der Weise packt ein.
Psychoanalyse in der Baukunst: Fassaden aus Glas.
Die Überlebenschance einer Fliege im Konzertsaal ist gering. Sie wird zerklatscht.
Es spielten zwei Geiger im Gegenstrich und erstachen sich mitten im Händel.
Apathie: Telepathie der Unlust.
Auch die wilde Ehe zähmt.
Er fuhr stets im Stoßverkehr durch die Sprache und gab Handzeichen.
Er veräußerte seine Gemütsruhe, indem er sie zur Schau trug.
Ideale heißen die Aufstöße der Seele - und sind meistens kurzfristig, wie die des Magens.
Angst kann so vorsichtig sein, daß sie Vorsicht ängstlich meidet.
top Schmetterling Schmetterling Schmetterling down
Der größte Wahrgehalt findet sich oft im Bodensatz des Zorns.
Er hing alles an den Nagel - der leider abbrach.
Anstand steht an - und wartet noch immer...
Wer sich so benimmt, als sei er schon, was er sein könnte, wird immer das bleiben, was er ist, ohne es zu wissen.
Der Einsame findet Platz, indem er von allen abrückt; der Gesellige, indem er allen auf dem Schoß sitzt.
Des Zweiflers Fragezeichen sind des Gläubigen Ausrufezeichen.
Die Tränen der Rührung sind rein und waschen die Seele.
Ausgetretene Fährten führen gewöhnlich zur Tränke.
Wäre ich doch eine Fliege und könnte ihn belästigen!
Wo die Gegenwart die Vergangenheit mustert, hat die Zukunft nichts zu lachen.
Wörter sind irreführend. Das beginnt schon beim Einmaleins.
Ich habe viele Leute aus der Haut fahren sehen, aber bisher noch keinen dabei ertappt, wie er nachher wieder
      in sie hineinfuhr.
Auf dem Weg zum Erfolg herrscht viel Stoß- und Gegenverkehr.
Zerstreut wie aus der Sprühdose.
Er nährte seine Schrullen, wie ein Salatkopf Schnecken.
Ein Kniff: Dümmer gestellt ist gescheiter gefahren.
Ein Geistesblitz schlug ein. Aber dagegen hatte er sich einen Blitzableiter angeschafft.
Viele Leute tragen geradewegs schwer an krummen Gedanken.
An die Wand gedrängt, verschafft Rückhalt.
Die Kunst, das Rechte zu vergessen und zu behalten, führt zur Weisheit.
Eine gewisse Vergeßlichkeit fördert die Erkenntnisfähigkeit.
Der Strom der Wahrheit wird von den Flüssen des Irrtums gespeist.
Das Laster ist ein Klebstoff, der alles außer der Tugend bindet.
Skepsis heißt die Summe der Erfahrung.
Wer im Grunde weder ein noch aus weiß, weiß im Grunde nichts.
Es ist stets der eigene Schatten, der über die Vernunft fällt.
Ein kleines Laster verunstaltet weniger als eine gebauschte Tugend.
Zur Not geht vieles, das ohne Not nicht ginge.
Was man im Alter nicht mehr so genau sieht, erkennt man besser.
Gefahr des Tätigen: Irrtum. Die des Trägen: ihn übernehmen.
Erinnerungen geben eingebildeten Halt - in der Vergangenheit.
Aus Not entstanden schon viele Tugenden. Es wäre anders, brächten Tugenden in Not.
top Schmetterling Schmetterling Schmetterling down
Pleite: Kurzschluß in der Geschäftsleitung.
Vom Ganzen kommt man aufs Urteil. Vom Teil bloß zum Vorurteil.
Wer die Wahrheit nicht an sich erlebt, widerlegt sie am liebsten.
Erschwerende Umstände sind oft der beste Weg zur Erleichterung.
Mit der Vorstellung sonnt es sich selbst im Schatten.
Höflichkeit bezwingt; ein Lächeln besticht.
Er kam besser voran, weil er die Welt im Rückspiegel behielt.
Ein Mensch empfand es wohl: Gedanken sind frei. Einer schießt sie ab, ein anderer schweigt sie tot.
Ohne Ausdauer ist auf die Dauer nichts gewonnen.
Der Speisezettel heute: Gedämpfte Lustlosigkeit.
Die meisten Trostpillen schmecken bitter.
Behandle die Zeit als deinen Freund, damit sie nicht dein Tyrann wird.
Die Vernunft ist wie ein Mühlstein: zermalmt Unsinn und Einfalt.
Die besten Wohltaten sind jene, die man ausschlägt.
Es gibt viele Sachen, die des Aufhebens nicht wert sind.
Zur Sache kommen wenige - und selbst dann erst auf langwierigen Umwegen. Sind sie endlich bei der Sache angelangt,
      bleiben sie an ihr kleben.
Das gute Gewissen bedingt ein schlechtes Erinnerungsvermögen.
Ein gefundenes Fressen schmeckt am besten.
Tätig sein ist besser als arbeiten.
Es gibt Leute, die ihr Glück wie ein bittere Pille schlucken.
Sein Lächeln glich einem Zuckerguß über Sauerteig.
Dem Bedächtigen kleben die Gedanken im Kopf.
Von Charakterzügen kann niemand aus- oder umsteigen.
Die Zufälligkeiten des Lebens sind unerschöpflich.
Kurz ist der Schritt von der Vorstellung zur Verstellung
Sich von der besten Seite zeigen: Ob das ausreicht, um die schlechten zu verdecken?
Vielleicht - wie leicht gesagt, viel zu leicht.
Der Stillstand der Vernunft ist zeitlos.
Wer einem Dummkopf übers Maul fährt, entgleist.
Viele Lehrsätze verenden in der Theorie.
Manche Kunst ist eine Art, die der Unart nahekommt.
Was ist der Zweck des Aphorismus? Zwecklos darüber zu grübeln.
Nachahmenswerte Vorbilder findet der Mensch im Tiergarten.
Schmetterling
top

zurück Logo Birgitt Krohn
bei
Google+


Kontakt Gästebuch Impressum Links