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Abraham a Santa Clara (Johann Ulrich Megerle)    1644-1709

österreichischer Geistlicher und Schriftsteller
Schmetterling
Das Wort Esel, wann es zurückgelesen wird, so heißt es:Lese! Wahr ist es, wann jemand kein unverständiger Esel
      bleiben will, so muss er die Bücher lesen, sonst wird ihm der Trichter von Nürnberg schlechte Doktorkonzepten
      mitteilen.
Der Wein ist eine Medizin, wenn er aber ohne Manier getrunken wird,ist er ein Gift. Der Wein ist eine Erquickung
      des Herzens, wenn er aber ohnmäßig getrunken wird, ist er ein Tod der Seele.
Dürres Holz brennt besser als grünes Holz.
Es sei gleich morgen oder heut, sterben müssen alle Leut.
Er hat sich den Nagel selbst gespitzt, auf den er getreten ist.
Schönheit ist wie eine Blume, heute vor dem Busen, morgen vor dem Besen.
Behutsamkeit gewinnt den Streit.
Der Vorsatz ist wie ein Aal: leichter zu fassen als zu halten.
Der Fleiß verjagt, was Faule plagt.
Wir halten oft manchen Menschen wegen seiner Mängel und Fehler für unglücklich, ich aber sage, daß derjenige der
      unglücklichste Mensch ist, welchem kein Mensch gefällt.
Die Gelegenheit ist der größte Dieb.
Ein schwerer Beutel macht leicht eitel.
Es ist selten ein Buch ohne Eselsohr.
Es gibt keine andere Brücke in den Himmel als das Kreuz.
Der Zornige gleicht dem Meere, welches, wenn es in Unruhe ist, wenn Stürme die Wellen empor türmen, allen Unrath
      auswirft. Eben so der Zornige.
Ein zänkisches Weib ist wie ein immer durchtriefendes Dach.
Der Ehestand gleicht häufig dem Fische. Da sieht man viel Fröhlichkeit, und muntere Sprünge, im Hintergrunde aber
      findet sich Galle, ungeheuer viel Galle.
Mit glimpflicher Art, mit Sanftmut und Güte richtet man öfter mehr aus als mit unmäßiger Schärfe.
Die Ehre ist ein Rechenspiel, bald gilt man nichts, bald gilt man viel.
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Faulenzen erweitert des Teufels Grenzen.
Man kann keinen Teufel kämmen, der keine Haare hat.
Die Kutte ist ein Schelmenfutteral.
Das Juwel des Himmels ist die Sonne, das Juwel des Hauses ist das Kind.
Wenn das Schwein am fettesten ist, hat es den Metzger am meisten zu fürchten.
Mit Geduld und Zeit kommt man mählich weit!
Vor Gottes Angesicht taugt grobe Hoffahrt nicht.
Auf Angst und Schweiß folgt Ruh und Preis.
Der Mensch, der gleicht dem Aprilwetter, welches bald schön, bald wild, bald warm, bald kalt, bald trocken, bald naß,
      bald Sonne, bald Regen, bald Riesel, bald Schnee, bald Blumen, bald Klee.
Willst du heiraten, so besinn dich fein Sonst bekömmst du Essig statt des Wein!
Ihr Unzufriedenen in der Ehe habt euch eure Leiden selbst zugezogen, weil ihr so unbesonnen, so eilig, so vernunftlos in
      euerer Wahl waret.
Ein Mensch ohne Wissenschaft ist wie ein Soldat ohne Degen, wie ein Acker ohne Regen, er ist wie ein Wagen ohne
      Räder, wie ein Schreiber ohne Feder; Gott selbst mag die Eselsköpfe nicht leiden.
Wer bist du, Mensch? Ein Garten voller Disteln. Is nit gnug das. Eine Rose voller Dornen? Is noch nit gnug. Ein Himmel
      voller Finsternis.
Das gefährlichste Möbelstück ist die »Lange Bank«, das gefährlichste Instrument die »Alte Leier«.
Was hilft es dich, wenn deine Voreltern herrlich und ehrlich seind gewest, du aber nit? Wann du von den Eltern das
      Leben hast und nit das löbliche, so bist du nit adelich.
Die Wahrheit ist ein Brot, das starke Zähne fordert, eine Braut, die ein jeder schaut, ein Wasser mit dem sich niemand
      gern wäscht, eine Lanze die schwer verwundet, und Speise, die schwer zu verdauen.
Sitzt die Maus im Speck, so piept sie nicht.
Auch in der Arche Noahs ist ein Rabe gewesen!
Freund und Anker kennet man, wenn sie Hilf in Not getan.
Durch diesen Apfelbiss ist uns der Tod gewiss.
Die Schönheit ist wie eine Blum: heut vor dem Busen, morgen vor dem Besen.
Wie der alte Schiffer flucht, so flucht auch sein Sohn.
Beim Bauen muss man schauen, um sich nicht zu verhauen, sonst kommt man in des Elends Klauen.
Wer sich in alles will mischen, muss oft die Augen sich wischen.
Sei du mir tausend Mal willkommen, meine löbliche, liebliche, künstliche, vornehme und angenehme Musika!
Wo das Fleisch verliert, wird der Geist geziert.
Baufällig und alt kommt bald in Todes Gewalt.
Schmetterling
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