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Jakob Boßhart    1862 - 1924

Schweizer Schriftsteller
Schmetterling
Die meisten Menschen sind zu dumm, um über sich selber nachzudenken.
Wo der Einzelne nur an sich denkt, wird die Gesamtheit nimmer vorwärtskommen.
Wenn die Jugend das Wort »Ungebundenheit« auf ihre Fahne malt, so verrät sie dadurch nur, daß sie nach
      Gebundenheit und Führung verlangt.
Religionen sind wie Särge und Wiegen: man legt uns hinein, fragt keiner, wie wir liegen.
Lust ist die Grundlage des Lebens. Wären Zeugen und Essen mit Schmerzen verbunden, so würde alles Leben an Unlust
      zugrunde gehen.
Identifiziere dich mit Ideen, nie aber mit Sachen.
Es ist ein Grundirrtum, zu meinen, daß ein Halbes und ein Halbes ein Ganzes geben.
Ein paar Generationen Fabrikarbeiterschaft, und die Spannkraft des Geistes ist gebrochen.
Alle Polemik ist unkünstlerisch.
Der Mystiker sagt: »Die Welt wird ganz von mir aufgenommen, sie geht in mich ein, wird mir assimiliert. So werde ich
      eins mit dem All.«
Das Gute ist dem Göttlichen ebenso fremd wie das Böse. Gott hat mit moralischen Werten nichts zu schaffen.
Wenn ein Volk zu großen idealen Anstrengungen unfähig geworden ist, geht es unter.
Schilt nicht den alternden Strom, weil er trübe zum Weltmeer flutet, denn auch der Schlamm, den er führt, ist seiner
      Stärke ein Teil.
Man muß nicht das Gescheitere tun, sondern das Bessere.
Im Hasten und Jagen der Tage liegt, wenn man genauer zusieht, der schüchterne, sich kaum hervorwagende Wunsch
      nach neuer Ausgestaltung.
Es ist ein irriger Glaube, der da erwartet, die »verkommene« kapitalistische Welt werde eines Tages von selber
      zusammenstürzen oder sich eines Morgens zertrümmern lassen.
Ein Schauspiel, das einen in niedergeschlagener Stimmung nach Hause gehen läßt, gehört nicht der höchsten Gattung an.
Die Psychoanalyse ist ein Ersatz der Ohrenbeichte.
Der Selbstbetrug ist der häufigste Betrug und auch der schlimmste.
Das Höchste, auch höchstes Ziel der Menschheit, ist die Befreiung von sich selbst.
Alter schützt vor Torheit nicht: Mit diesem Wort macht man sich über das Alter lustig und bedenkt nicht, daß gerade die
      Fähigkeit, noch Torheiten begehen zu können, ein Trost und eine Quelle des Glücks für die Alten ist.
Wenn Fühlen und Denken zusammenfallen, gibt es tiefe Erkenntnis.
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Schlagfertige Menschen sind meistens oberflächlich oder sie werden es infolge ihrer Begabung, die ihnen den äußeren
      Erfolg mühelos erwirbt.
Man überschätze die Klugheit nicht! Sind denn die besten Menschen - die sich für andere opfern - klug?
Jede Leidenschaft drängt nach Zerstörung, sei es nach innen oder nach außen.
Es ist eine traurige Tatsache: Man muß das Menschliche und die Menschlichkeit immer gegen die Menschen verteidigen.
Einsamkeit ist ohne Gemeinschaft nicht möglich, so wenig wie das Nichts ohne das Sein
Die Reklame dient oft dazu, ein gutes Erzeugnis durch ein schlechteres zu verdrängen.
Der Sozialismus muss eine Sache der Menschheit sein und darf nicht zur Sache einer Klasse herabgewürgt werden.
Das Leben ist uns dann am schwersten, wenn es leer ist.
An einem Helden ist alles verzeihlich, nur nicht die Schwächen.
Bei einem kühnen Schritt tritt man immer auf spitze Steine.
Das neunzehnte Jahrhundert hat den Klassizismus, die Romantik, den Naturalismus totgeschlagen; was bleibt dem
      zwanzigsten Jahrhundert übrig? Schlagt die Afterkultur tot!
Die Ahnung ist die Quelle der Religion.
Wer die Menschen erziehen will, hüte sich davor, stets auf sie zu drücken, etwas Lüpfen tut bessern Dienst.
Unterschied zwischen Idee und Gedanke: Der Gedanke ist sozusagen »neutral«, inaktiv, die Idee dagegen aktiv, sie will
      wirken, sich ausbreiten. Man kämpft und stirbt für Ideen, man lebt in Gedanken.
Menschen mit Phantasie langweilen sich nie.
Jede Überzeugung enthält einen Irrtum.
Es ist nichts fader als die Auffassung, wir seien da, um glücklich zu werden. So kann nur die Selbstsucht sprechen. Bist
      du ein Weiser, so fragst du die Blume, wozu sie da sei?
Endlich und Unendlich miteinander zu vergleichen, aufeinander zu beziehen, ist unmöglich. Von dem einen haben wir
      eine Anschauung, von dem andern nicht. Die beiden sind also schlechterdings unvergleichbar für uns.
Die Religion muß froh machen.
Wer immer von sich selber spricht, will uns in der Regel über sich täuschen.
Vermag der Mensch, den man für schlecht hält, gegen sein Naturell zu streiten, so verdient er, zu den Guten gezählt
      zu werden.
Menschen, die keine Probleme kennen, sind meistens beredt.
Jeder neue Gedanke ist eine Gerade.
Es ist wunderbar, wie die Natur manchmal bedeutende Persönlichkeiten durch Generationen hindurch vorbereitet:
      Vererbung, Blutmischung, Zufall.
Erlebnis an und für sich ist wertlos. Es kommt darauf an, was man daraus macht. Wird man durch das Erlebnis nicht
      größer, tiefer, reiner, so wäre es besser nicht geschehen.
Die Tiefe kommt nicht aus dem Studium, sondern aus den Rissen der Seele.
Die dramatisch wirksamste Schuld eines tragischen Helden ist die Untreue, begangen an seinem obersten Grundsatz.
Das wahrhaft Große ist daran kenntlich, daß es nicht nachgeahmt werden kann, es ist etwas Einziges. Eine technische
      Erfindung, eine Maschine kann großartig sein, sie kann etwas von der Art des Großen haben, aber sie kann nie
      wirklich groß sein.
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Böse Menschen können Großes tun, das Größte nie.
Wer nie in Banden war, weiß nichts von Freiheit.
Wäre der Tod nicht, es würde keiner das Leben schätzen. Man hätte vielleicht nicht einmal einen Namen dafür.
Nur durch schmerzliches Gedenken und in Leiden wachsen wir.
Jünglinge, die miteinander die höchsten Fragen diskutieren, reden und benehmen sich oft lächerlich. Sie sind junge Vögel,
      die mit unfertigen Flügeln fliegen möchten. Aber es ist etwas Herrliches in diesem Ringen.
Es muß einer schon in vielen Stücken abgestorben sein, bis er sich alt fühlt. Der gesunde Geist kommt sich immer
      jung vor.
Es gibt eine Flucht in die Welt, wie es eine Flucht aus der Welt gibt, jene ist sogar die weitaus häufigere.
Die verfehlten Bücher sind meistens die lehrreichsten. Auch über ein verfehltes Leben denken wir mehr nach als über
      ein gelungenes.
Die dramatisch wirksamste Schuld eines tragischen Helden ist die Untreue, begangen an seinem obersten Grundsatz.
Den Künstler muß nach jedem vollendeten Werk die Angst überfallen, er könne sich nicht mehr übertreffen.
Das Elend unserer Zeit ist, daß die Massen geistig und ethisch verarmen. Für ihren Magen ist jetzt besser gesorgt als
      vorher, aber ihre Seele ist leer.
Wer raschen Erfolg hat, muss wenig Persönlichkeit besitzen.
Warum kann man sein Bild im Spiegel nie ganz genau erkennen? Weil man sich im Spiegel nie unbeobachtet sehen kann.
Ohne den Glauben an einen vernünftigen Sinn der Welt läßt sich nicht leben. Der absolute Unglaube, wenn er möglich
      wäre, wäre der Tod.
Kinder rechnen nicht mit der Zeit, daher ihre langen und gründlichen Beobachtungen.
Extreme Idealisten sind immer Feiglinge: Sie nehmen vor der Wirklichkeit Reißaus.
Es gibt Menschen, die erfahren etwas Tiefes nur durch Liebe und Tod.
Die Weite der Ansichten kommt aus dem Herzen.
Die Empfänglichkeit für Kultur wird künftig den Ausschlag geben und nicht die Gewalt.
Der Intellekt hat alles derart zerfleischt, daß man vor nichts mehr Ehrfurcht empfindet.
Das Genie hat etwas vom Instinkt der Zugvögel.
Wie viele dieser Zeit halten sich für stark und sind Schwächlinge, wie viele halten diese Zeit für groß, und sie ist klein!
      Unsere Zeit ist die Zeit der Geschwächten.
Reichtum des Lebens ist Reichtum der seelischen Anlage.
Was büßt man am schwersten? Seine Eigenart zu spät erkannt zu haben.
Klare Einsichten sind immer mager.
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Finden wir das Wahre, welcher Art es sei, je anders als durch einen glücklichen Zufall?
Es hat es jeder erfahren: Die Jugend macht sich am liebsten an die schwersten, die letzten Probleme, sie hat den Zug
      zum Absoluten.
Die Zeitung soll man immer als Opponent lesen.
Die Jugend in ihrer Selbstüberschätzung verschmäht die vorhandenen Bildungsmöglichkeiten und macht sich so arm.
Der Mensch bedarf, um innerlich frei zu werden, einer Dosis Leichtsinnigkeit und Übermut, er muß, wie man sagt, den
      Teufel im Leib haben. Darum ist der Philister nie frei.
Das Gewissen ist eingefleischte Kulturgeschichte.
Wir leben in einer Zeit, da alles bedroht ist. Das ist Werden oder Tod.
Was sind Gefühle, die man vom Hörensagen kennt, was sind Gedanken, die man nicht selbst erdacht hat! Schminke auf
      blasse Wangen.
Rein durch das Leben zu gehen ist unmöglich. Aber sich zu reinigen ist möglich und höchstes Ziel.
Leute mit leichtem Gepäck kommen am besten durchs Leben.
Gott in der Welt suchen, das ist Menschenaufgabe. Ihn auch finden? Das ist Gnade, das heißt besonderes Schicksal,
      besondere Anlage.
Es hat im Wirtschaftsleben noch keine Revolutionen gegeben, sondern nur Entwicklungen, die Revolutionen haben nur
      das politische Leben umgestaltet.
Du fragst immer, was einer tue; frage doch zuweilen auch, was einer unterlassen hat.
Die Jugend macht sich am liebsten an die schwersten, die letzten Probleme, die hat den Zug zum Absoluten, die
      überschätzt aber ihre Kraft, sie kennt die Schranken noch nicht.
Der moderne Unternehmer ist der alte Konquistador.
Das größte Elend hienieden ist nicht das soziale, sondern die Verkümmerung so mancher Menschenseele.
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