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Eckhart von Hochheim (bekannter als) Meister Eckhart

* um 1260 - † vor dem 30. April 1328

deutscher spätmittelalterlicher Theologe und Philosoph
Schmetterling
Alle Liebe dieser Welt ist auf Eigenliebe gebaut. Ließest du die Eigenliebe, so ließest du leicht die ganze Welt.
Das schnellste Roß, das euch zur Vollkommenheit trägt,ist das Leiden.
Besser im Arbeitskittel und rein sein, als mit dem höchsten Titel gemein sein.
Der Mensch soll nicht die Dinge fliehen und sich in eine Einöde begeben, sondern er muß lernen, durch die Dinge
      hindurchzubrechen und seinen Gott darinnen zu ergreifen.
Ein auferhobenes Gemüt sollst du haben, nicht ein niederhangendes, ein brennendes Gemüt, in dem doch eine
      ungetrübte, schweigende Stille herrscht.
Gott aber, hat man ihn überhaupt, so hat man ihn allerorten; auf der Straße und unter den Leuten so gut wie in
      der Kirche oder in der Einöde oder in der Zelle
Je weiser und mächtiger ein Meister ist, um so unmittelbarer kommt sein Werk zustande, und um so einfacher ist es.
Wer arm an allen Dingen geworden ist, der empfängt alle Dinge.
Soll die Seele Gottes gewahr werden, so muß sie auch ihr Selbst vergessen und sich selber verlieren. Denn solange
      sie sich selbst sieht und weiß, solange gewahrt sie Gott nicht.
Die Buße ist schlechthin Erhebung des Gemütes über alles Endliche, ein Aufgehen in Gott.
Nicht gedenke man Heiligkeit zu gründen auf ein Tun; man soll Heiligkeit vielmehr gründen auf ein Sein, denn die
      Werke heiligen nicht uns, sondern wir sollen die Werke heiligen.
Der wahrhaft Liebende liebt Gott in allem und findet Gott in allem.
In Gott wird auch der Seele schöpferisches Allvermögen zuteil.
Man soll Gott nicht außerhalb von einem erfassen und ansehen, sondern als mein Eigen und als das, was in Einem ist.
Des rechten Betens Bedingungen sind vor allem diese vier: in Trübsal Langmut und Geduld, im Herzen Reinheit;
      im Beten selbst Beharrlichkeit.
Was kann es Süßeres geben, als einen Freund zu haben, mit dem du alles, was in deinem Herzen lebt, bereden kannst
      wie mit dir selber?
Je mehr gebunden, um so mehr befreit.
Wer unbetrübt und lauter sein will, muß eines besitzen, das ist die innere Einsamkeit.
Es hat keiner das Rechte gefunden, er hätte denn zuvor das Rechte verworfen.
Das lebendige Gemüt hat Macht zu allen Dingen.
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Wer in seinem eigenen Hause fremd sein könnte, das wäre die wahre Armut.
Der Mensch soll sich daran gewöhnen, nicht das Seine in den Dingen zu suchen oder zu nehmen, sondern in allen
      Dingen Gott zu suchen und zu nehmen.
Es ist der Natur schlechthin unmöglich, ein Wesen zu zerbrechen, zu schädigen oder irgend anzutasten, wofern sie
      nicht damit auf einen höheren Wert hinaus will.
Gott ist immer in uns, nur wir sind so selten zu Hause.
Willst du den Kern haben, so mußt du die Schale zerbrechen.
Alles, was vergangen ist alles, was gegenwärtig ist, alles, was zukünftig ist,das erschafft Gott im Innersten
      der Seele.
Die Freunde Gottes sind nie ohne Labe; denn was Gott will, das ist, ob erquicklich oder unerquicklich, für sie die
      höchste Labsal.
Oh, merket wohl, alle nachdenklichen Gemüter: das schnellste Roß, das euch zur Vollkommenheit trägt, ist Leiden.
      Niemand genießt soviel ewige Seligkeit, als die mit Christus in der göttlichen Bitterkeit stehen. Denn Liebe
      bringt Leid - und Leid bringt Liebe.
Da der Mensch in diesem Leben nicht bestehen kann ohne Arbeit, diese vielmehr des Menschen Teil ist, darum so lerne
      der Mensch, seinen Gott zu haben mitten in den Dingen und ungehindert zu bleiben von Geschäft und Ort.
Oh, merket wohl, alle nachdenklichen Gemüter: das schnellste Roß, das euch zur Vollkommenheit trägt, ist Leiden.
      Niemand genießt soviel ewige Seligkeit, als die mit Christus in der göttlichen Bitterkeit stehen. Denn Liebe
      bringt Leid - und Leid bringt Liebe.
Etliche Leute wollen Gott mit Augen schauen, so wie sie eine Kuh betrachten, und wollen Gott genauso lieben,
      wie sie eine Kuh lieb haben.
Je einfacher etwas ist, desto mehr Kraft und Stärke liegt darin.
Nicht durch ein Gebet kann ein Herz rein werden, sondern aus einem reinen Herzen entfließe das reine Gebet.
Die Liebe beginnt da, wo das Denken aufhört. Wir brauchen aber die Liebe von Gott nicht zu erbitten, sondern wir
      müssen uns für sie nur bereit halten.
Wer werden will, was er sein sollte, der muß lassen, was er jetzt ist.
Solange man die Dinge begehrt, besitzt man sie nicht. Wenn man sie hat, liebt man sie, aber die Begierde fällt weg.
Alles, was man von Gott aussagen kann, das ist Gott nicht.
Dich kann niemand behindern als du dich selbst!
Wo Leib und Seele miteinander in Eintracht sind, sind alle Werke dem Menschen süß und lustvoll.
So weit du ausgehst aus allen Dingen, so weit, nicht weniger und nicht mehr, geht Gott ein mit all dem Seinen.
Die Seele soll ihren Schritt lenken in die Ewigkeit ihres eignen Wesens und andächtig betrachten, wie sie durch
      die Gnade Gottes eine unvergängliche Natur ist, die er berufen hat zur Gemeinschaft seiner ewigen Seligkeit.
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Das Ineinanderfließen in der Gottheit ist ein Sprechen sonder Wort und sonder Laut, ein Hören sonder Ohren,
      ein Sehen sonder Augen.
Die Leute sollten nicht immer soviel nachdenken, was sie tun sollten, sie sollen lieber nachdenken, was sie
      sein sollten. Wären sie nur gut, so möchten ihre Werke selber leuchten.
Liebe kann nicht mißtrauen, sie gewärtigt nur Gutes.
Gott ist mir näher, als ich mir selber bin. Mein Dasein hängt daran, daß Gott mir nahe und gegenwärtig ist.
Es ist nichts so zugedeckt, es soll aufgedeckt werden.
Der Mensch soll sich nicht genügen lassen an einem gedachten Gott; denn, wenn der Gedanke vergeht, vergeht auch
      der Gott. Man soll vielmehr einen wesenhaften Gott haben, der weit erhaben ist über die Gedanken der Menschen
      und aller Kreaturen
Das Auge mit dem ich Gott sehe ist dasselbe Auge mit dem Gott mich sieht.
Je mehr die Seele über irdische Dinge erhaben ist, desto mehr Kraft hat sie.
Gott vergibt lieber Großes als Kleines.
Wo der Mensch aus Hingabe das Seine preisgibt, da muß notgedrungen Gott für ihn eintreten.
Ja, ich sage, es gibt kein Ding, das den Menschen so gleich machen könnte als leiden.
Denn wer Gott unter bestimmten Formen sucht, der ergreift wohl die Form, aber Gott, der in ihr verborgen ist,
      entgeht ihm.
Du brauchst Gott weder hier noch dort zu suchen; er ist nicht weiter als vor der Tür des Herzens. Dort steht er
      und harrt und wartet.
Wenn die Seele etwas erfahren möchte, dann wirft sie ein Bild der Erfahrung vor sich nach außen und tritt in ihr
      eigenes Bild ein.
Solang einer der Wahrheit nicht gewachsen ist,solang wird er die Wahrheit nicht verstehen.
Gott ist dreifach von Person und doch einfach von Natur. Gott ist auch an allen Orten, und an jedem Ort
      ist Gott ganz. Das will so viel sagen, daß alle Orte ein Ort Gottes sind.
Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen,
      sondern als das, was du jetzt bist.
Über Gott will ich schweigen.
Es gibt keinen besseren Maßstab der Liebe als das Vertrauen.
Denke nicht, dein Heil zu setzen auf ein Tun! Man muß es setzen auf ein Sein.
Wir selbst sind die Ursache aller unserer Hindernisse.
Und plötzlich weißt du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.
Im Schweigen mag der Mensch am ehesten seine Lauterkeit bewahren.
Es war nie größere Mannheit und Streit und Kampf,als der sein Selber vergißt und verleugnet.
Die Menschen sollen nicht so viel nachdenken, was sie tun sollen, sie sollen vielmehr bedenken, was sie sind.
Dem ruhigen Geist ist alles möglich.
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Jeder Unterschied ist Gott fremd, sowohl in Bezug auf seine Natur wie in Bezug auf die Personen. Beweis: Seine
      Natur ist eine; und jede Person ist eine und eben dieses selbe Eine, was die Natur ist.
Willst du getröstet werden, so vergiß derer, denen es besser geht und denke immer an die, denen es schlimmer ist.
Nimm dich selber wahr und wo du dich findest, da laß von dir ab. Das ist das allerbeste.
Alle gleichen Dinge lieben sich untereinander. Und alle ungleichen Dinge fliehen sich und hassen sich untereinander.
Merket wohl, alle nachdenklichen Gemüter: Das schnellste Roß, das euch zur Vollkommenheit trägt, ist Leiden.
      Nichts ist so gallebitter wie Leiden: und nichts so honigsüß wie Gelittenhaben.
Nur Liebe gibt allen Tugenden, daß sie Tugend heißen dürfen.
Gäbe es kein Neues, so würde kein Altes.
Gott hat auf Erden soviel Raum, als der Mensch ihm macht.
Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen lieb wie dich selbst. Solange du einen einzigen Menschen weniger
      lieb hast als dich selbst, so hast du dich selbst nie wahrhaft lieb gewonnen.
Wenn du Gott bei der Arbeit im Stalle weniger hast als im Hochamt, dann hast du ihn nicht.
Halte dich abgeschieden von allen Menschen, bleibe ungetrübt von allen aufgenommenen Eindrücken, mache dich frei
      von allem, was deinem Wesen eine fremde Zutat geben könnte, und richte dein Gemüt allzeit auf ein heilsames
      Schauen: bei welchem du Gott in deinem Herzen trägst, als den Gegenstand, von dem deine Augen nimmer
      wanken.
Der gegenwärtige Augenblick ist das Fenster,durch das Gott in das Haus meines Lebens schaut.
In dieser Liebe, in der Gott sich selber liebt,in der liebt er die ganze Welt.In dieser Lust, in der Gott sich
      selber genießt,in der genießt er die ganz Welt.
Wäre das Wort »Danke« das einzige Gebet, das du je sprichst, so würde es genügen.
Immer ist die wichtigste Stunde die gegenwärtige; immer ist der wichtigste Mensch, der dir gerade gegenübersteht;
      immer ist die wichtigste Tat die Liebe.
Es weiß immer ein Esel einen andern zu schätzen.
Du sollst wissen, daß sich noch niemals ein Mensch in diesem Leben in die Tiefe hinein selbst so gelassen hat,
      daß er nicht noch mehr für sich zu lassen fände.
Der Mensch lasse zuerst sich selbst, dann hat er alles gelassen.
Alles Gestürme und Unfriede stammt nur aus Eigenwillen, ob man es merke oder nicht
Alle Zufälle stiften ein »Warum«.
Daß du klagest, daß du nicht zufrieden bist, darüber beklage dich.
Hätte ich einen Gott, den ich verstehen könnte, ich wollte ihn nimmer für Gott halten.
Leiden wollen kommt von Liebe. Nicht leiden wollen kommt von mangelnder Liebe.
Wahr ist es, daß Leiden edel ist, und wer am meisten durchmacht, ist der Alleredelste.
Das Beste und Herrlichste, wozu man in diesem Leben gelangen kann, ist, daß du schweigst und Gott wirken und
      sprechen läßt.
Jegliche Kreatur ist Gottes voll und ist ein aufgeschlagenes Buch, und wer darin recht zu lesen weiß, der braucht
      keine Predigt mehr.
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Der Mensch ist ein kleines Ding, wenn er sich nicht über sich selbst und alle Dinge zu erheben vermag.
Ein Lebemeister ist besser denn tausend Lesemeister.
Nimm das schnödeste Geschäft von der Welt: Deine Hingabe verleiht ihm Adel und höheren Wert.
Das ewige Wort wird nur in der Stille laut.
So soll es ein guter Mensch halten: mein Werk ist nicht mein Werk und mein Leben ist nicht mein Leben.
Ich sage, daß ein vollkommener Mensch sich so schwer von Gott scheiden und trennen würde, daß ihm eine Stunde
      ebenso schmerzlich wäre als tausend Jahre.
Wäre ich in einer Wüstenei allein, wo es mich graute, und hätte ich da bei mir ein Kind, so verginge mir alles
      Grauen, und ich fände Kraft: so edel und froh ist das Leben.
Wenn wir ein kleines Blümchen ganz und gar, so wie es in seinem Wesen ist erkennen könnten, so hätten wir damit
      die ganze Welt erkannt.
Mitten in den Dingen muß der Mensch Gott ergreifen und sein Herz gewöhnen, ihn allzeit als einen Gegenwärtigen
      zu besitzen im Gemüt, in der Gesinnung und im Willen.
Was der Mensch mit großer Arbeit erstreiten muß, das wird ihm eine Herzensfreude.
Alle zerstreute Kraft ist unvollkommen.
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