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Karl Emil Franzos    1848 -1904

österreichischer Schriftsteller und Publizist
Schmetterling
Gerecht ist auf Erden immer jene Sache, welche mehr Arme hat und bessere Gewehre.
Wer unglücklich ist, sehr unglücklich sein Leben lang, kann kaum gut und rein sein.
Nur glückliche Menschen können ganz gut sein, und das ist das Schlimmste an dem Stachel des Unglücks, dass er
      zugleich vergiftet ist.
Achten muss sich jeder und, dass er sich liebt, dafür sorgen seine Instinkte; aber, wenn er sich anbetet, so wird dies
      sein Fluch.
Das Schicksal ist erfinderischer als der Mensch.
Wie das Zwielicht unheimlicher ist als die Nacht, so ist die halbe Bildung verderblicher als die Unwissenheit.
Das ist das Seligste an der seligen Zeit der ersten Liebe, dass diese Liebe so ganz und gar nicht klügelt, dass ihr das
      Wunderbarste einfach erscheint und das Einfachste als ein Wunder.
Kopf und Herz führen meist erst in reiferen Jahren getrennte Rechnung.
Der tiefste Jammer ist tränenlos.
Aus Fluch wird Fluch.
Wenn sich jemand selbst belügen will, so gelingt es ihm sehr bald.
Selbst das ärmste Herz hat noch irgendein Kleinod, an dem es hängt.
Die Eindrücke der Kindheit wurzeln am tiefsten.
Ist Dein auch alle Erdenpracht / Und aller Weisheitsblüte / Das, was Dich erst zum Menschen macht, /
      Ist doch allein die Güte. - Grabinschrift von Franzos, von ihm selbst verfasst -
Schmetterling
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