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Moritz Lazarus    1824-1903

deutscher Psychologe
Schmetterling
Bei aller Erkenntnis in idealen Dingen ist es unleugbar, daß Tiefe der Einsicht von der Größe der Gesinnung
      abhängig ist.
Freude an der Arbeit kann ohne den berechtigten Stolz auf dieselbe nicht dauernd bestehen. Arbeitsscheu wird
      sich leicht zur Pfuscherei gesellen, denn diese ist selbst nur eine Frucht der Trägheit, namentlich im Denken.
Wer in irgend einer Lebensrichtung ein hohes Streben verfolgt, wird gar bald einsehen, daß man der großen
      Masse und fast allen Menschen leichter genügt, als sich selber; er wird selbst einen höheren Maßstab für sich
      anlegen, als er in anderen gehandhabt findet.
Das Ehrgefühl erweist sich als Erfolg, ja als ein bloßer Teil oder besondere Erscheinungsweise des Selbstgefühls
      und in dessen weiterer Entfaltung, des Selbstbewußtseins.
Ehre und Ehrgefühl ist eine Erweiterung des Selbstgefühls in anderen und durch sie. Daß ich auch in dem
      Vorstellungskreise eines anderen und nicht bloß in meiner eigenen Existenz habe, daß meine Handlungen
      nicht nur von mir, sondern auch von anderen gedacht und geschätzt werden, ist das Wesen der Ehre.
Bei starken und elastischen Naturen rufen ungewöhnliche Eindrücke von außen einen desto stärkeren Gegendruck
      von innen hervor, ihr Geist ist gegenwärtig mit allen Kräften, sodaß sie noch edler und mächtiger handeln als in
      ruhigem Zustand und unter gelinden, langsamen Eindrücken.
Mit Recht verlangt man, daß das Gewissen des Gebildeten gleichsam empfindsamer, seine Gesinnung edler, sein
      ethisches Streben tiefdringender sein soll, daß er von der Äußerlichkeit bürgerlicher Pflicht sich zur Innerlichkeit des
     moralischen Willens und freiester Tugend sich erheben solle.
Gleichheit der Gesinnung, der Geschmacksrichtung, der politischen oder jeder Art Meinung sind, ebenso wie die
      Gleichheit der wissenschaftlichen Systematik, Ursache und Bürgschaft des gegenseitigen Verständnisses.
Der Materialist, zumal der unbewußte, ist zwar darum noch kein schlechter, aber ein niedrig stehender Mensch; auch
      der bewußte muß nicht ein schlechter Mensch sein, aber kann es am leichtesten werden.
Geschätzt wird der Mensch nach seinen ruhenden Kräften, nach seinem Wissen und seiner Ausbildung, aber Einfluß,
      Geltung und Bedeutung findet er nur nach und von den aktiven.
Besonders bei der Bildung der Töchter ist die leidige, fast ausschließliche Beschäftigung mit fremden Sprachen
      ein wahrer Hemmschuh jeder wirklichen Entwicklung geistigen Lebens. Ein ungebildeter Franzose, Engländer oder
      Deutscher, oder alles Dreies zugleich zu sein, das ist für die Bildung ganz gleich.
Taktvolle Menschen schaffen ästethische Lebensgesetze und sind durch ihr Handeln im größten Stile Erzieher ihrer
      Umgebung und weiterhin Lehrer der Menschheit.
Der Krieg, wie sehr er immer als irrational, ungerecht, als ein notwendiges oder wenigstens historisches Übel
      angesehen werden mag, bildet vom ethischen Gesichtspunkt aus doch zugleich eine Schule, eine harte und
      gefahrvolle,aber vorzügliche Schule der Hingebung des Einzelnen an die Gesamtheit.
Der Stolz in den Grenzen und nach dem Maße des Verdienstes ist nicht nur kein Laster, sondern eine Tugend, er ist
      nur das Maß der selbstbestimmten Würde des Mannes. Das Verdienst erzeugt den Stolz und der Stolz adelt und
      befestigt es.
Der Sprachschatz und die Sprachgewalt, die Stil- und Ausdrucksweise eines Volkes spiegelt und manifestiert sich
      in seiner National-Literatur; sie ist der Born, aus welchem jeder Einzelne zu schöpfen hat.
Die Hingebung der Person an die Sache, die Herrschaft dieser über jene führt die Gewähr des Gelingens in jeder
      Arbeit mit sich. - Nur der wird Meister in der Sache, über den die Sache Meister ist.
Trotz ist der Ausdruck innerlicher Unabhängigkeit.
Wer das Urteil aller Menschen verachtet, ist selbst verächtlich.
Intelligenz ist der Lebensnerv, worin und wodurch der Organismus seines Daseins als Mensch allein Energie hat.
Zum Hoffen noch viel mehr als zum Genießen muß der neue Tag uns wecken, wenn wir der Frische und der Fülle des
      Lebens und der Energie unserer Tatkraft uns erfreuen sollen.
Die Kunsthöhe eines Volkes ist nicht bloß nach den Künstlern, sondern nach den Kennern und Gönnern zu messen.
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