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Caspar David Friedrich    1774-1840

deutscher Maler, Grafiker und Zeichner
Schmetterling
Jeder trägt das Gesetz von Recht und Unrecht in sich. Sein Gewissen sagt ihm: dieses zu tun, jenes zu lassen.
Wo Herz und Gemüt erkaltet ist, da kann die Kunst nie heimisch sein.
Es gibt Schönmaler, wie es Schönschreiber gibt. Den Wert dieser beurteilt man nach dem sauber durchgeschriebenen
      Buchstaben unbekümmert um den Sinn derselben. Aber der Wert jener ist sehr geringe, wenn er nichts Höheres
      umfaßt als eben schön zu malen.
Der Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch was er in sich sieht. Sieht er aber nichts
      in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht. Sonst werden seine Bilder den Spanischen Wänden
      gleichen, hinter denen man nur Kranke und Tote erwartet.
Die Abende gehe ich über Feld und Flur, den blauen Himmel über mir, um und neben mir grüne Saat, grüne Bäume,
      und bin nicht allein; denn der, so Himmel und Erde schuf, ist um mich.
Heilig sollst du halten jede reine Regung deines Gemütes; heilig achten jede fromme Ahnung, denn sie
     ist Kunst in uns!
Nach dem Höchsten und Herrlichsten mußt du ringen, wenn dir das Schöne zuteil werden soll.
Schließe dein leibliches Auge, damit du mit dem geistigen Auge siehest dein Bild. Dann fördere zutage, was du im
      Dunkeln gesehen, daß es zurückwirke auf andere von außen nach innen.
Wie nur ein reiner, ungetrübter Spiegel ein reines Bild wiedergeben kann, so kann auch nur aus einer reinen Seele
     ein wahrhaftes Kunstwerk hervorgehen.
Allgemein gefallen wollen, heißt den Gemeinen gefallen. Nur das Gemeine ist allgemein.
Jedes Bild ist mehr oder weniger eine Charakterstudie dessen, der es gemalt.
Die Kunst mag ein Spiel sein, aber sie ist ein ernstes Spiel.
Nie aber darf das Gefühl eines andern uns als Gesetz aufgebürdet werden.
Der edle Mensch (Maler) erkennt in allem Gott, der gemeine Mensch (auch Maler) sieht nur die Form, nicht den Geist.
Früher galt ich bei andern, jetzt gelte ich mir selbst etwas. Viele ziehen das erste, wenige das zweite vor.
Des Künstlers Gefühl ist sein Gesetz.
Jedes echte Kunstwerk wird in geweihter Stunde empfangen und in glücklicher geboren, oft dem Künstler unbewußt,
      aus innerem Drange des Herzens
Sturm läutert die Luft.
Die Kunst ist einem Kinde, die Wissenschaft einem Manne zu vergleichen.
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