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Ostpreussische Sprichwörter Teil I
Redewendungen - Weisheiten

Bäter e Luus im Komst als goar keen Fleesch.
Besser eine Laus im Kohl als gar kein Fleisch.
Schmetterling
En de Sopp kicke mehr Oge ren wie rut.
In die Suppe sehen mehr Augen rein als raus.
(sie ist fast ohne Fett)
Dreeg Brot kleckert nich.
Trockenes Brot kleckert nicht.
Oarbeit öss kein Hoaske, se rennt nich weg.
Arbeit ist kein Hase, sie läuft nicht weg.
Schmetterling Jener geit den Holtweg, de andre den Soltweg
Jener geht den Holzweg, der andere den Salzweg.
Für das Gewesene gibt der Deibel nuscht!
Für das Gewesene gibt der Teufel nichts
Wer Glöck hefft, dem fohlt de Wallach.
Wer Glück hat, der bekommt auch
vom Wallach ein Fohlen.
De schmött mit dem Geld rom, als wenn de Doaler e Dittke kost.
Der wirft mit dem Geld rum, als wenn der Taler einen Dittchen kostet.
(Dittchen = 10 Pfennig)
Wer got schmert, de got färt.
Wer gut schmiert, fährt gut.
Dicker Drank moakt fette Schwien.
Dicker Drank macht fette Schweine.
(Drank=Schweinefutter)
Schmetterling
Wer dat Fleesch gegete heft, kann ok de Knokes frete.
Wer das Fleisch gegessen hat, kann auch die Knochen fressen.
Er ist mit dem Dämelsack geschlagen.
Er ist hoffnungslos dumm
De is nich under de Schwien to liede.
Der ist nicht unter den Schweinen zu Leiden.
(er ist unausstehlich)
De Diewel schött ömmer opp'm grettste Hupe.
Der Teufel macht immer auf den größten Haufen.
(Wer schon hat, dem wird auch noch gegeben)
We lang hoost, lewt lang.
wer lange hustet, lebt lange.
Wo der Herr auf dem Felde nicht herumgeht,
da geraten keine Erbsen.
Wenn et ok lanssoamke geiht, doafer schafft et ok e Schiet.
Wenn es auch langsam geht, dafür schafft es auch fast nichts.
Schmetterling Er macht das aus der kalten Lamäng.
(ohne große Schwierigkeiten)
Mittag kann man zu jeder Zeit machen,
aber der Abend kommt von selber.
Wer am Dag schlöppt, mot ön er Nacht sin Ruh hebbe.
Wer am Tag schläft muß in der Nacht seine Ruhe haben.
Eine faule Magd klagt über den Besen.
De hätt alles Dume an siene Händ.
Er hat nur Daumen an seinen Händen.
(er ist zu nichts zu gebrauchen)
Dat klingt, als wenn de Oss ön e Emmer schött.
Das klingt als ob ein Ochse in einen Eimer scheißt
(sagt man von unmelodischem Gesang)
Die Klumpen wegstellen.(sterben)
Hei foahrt, als wenn de Kujel seicht.
Er fährt, als wenn der Eber pinkelt.
(im Zickzack)
Schmetterling
Unrecht Goot gedeiht nich, on witte Hundschiet schimmelt nich.
Unrecht Gut gedeiht nicht und weißer Hundedreck schimmelt nicht.
Helpt et nich so schad`t et nich.
De hett seck de Klompe vollgescheppt.
Der hat sich die Klumpen vollgeschöpft
(ist betrunken)
De Kääksche on de Katt ware vom Löcke satt.
Die Köchin und die Katze werden vom Lecken satt.
Dat öss das reine Wort Gottes
(= reiner Kornschnaps)
Wo väle äte, ward ok noch eener satt.
Wo viele essen wird auch noch einer satt.
De Komst schmeckt erscht goot, wenn de Su dorchgejagt ist.
Der Kohl schmeckt erst gut, wenn die Sau durchgejagt ist.
Schmetterling Dat is fere Katt.
Das ist für die Katze.(wenig, nichts wert)
Wat de Bur nich kennt, dat frett he nich.
Was der Bauer nicht kennt,das frißt er nicht.
Wenn et dem Pracher schlecht geiht,
verleert he ok noch sienem Krepsch.

Wenn es dem Bettler schlecht geht, verliert er auch noch seinen Beutel.
De hätt de Huck voll.
Der ist betrunken.
He frätt seck ambartschig.
Er ißt, bis er platzt.
Kömmst nich hiede, kömmst doch morge, ävermorge ganz gewöß.
kommst nicht heute, kommst doch morgen, übermorgen ganz gewiß.
Schmetterling De Kartoffel blehje.
Die Kartoffeln blühen.
(er hat ein Loch in den Socken)
Hei platzt op wie
Radmakersch Farkel vom Spenerfrêten.
Wat es dat beste am Schwienskopp?
- Dat Schwien -
Hau ren, Kuslowski, öss Kujelfleesch.
Aufforderung zum Essen
(Kujel = Schwein)
Vom vele Oarbeide krepeere de Perd.
Vom vielen Arbeiten gehen die Pferde ein.
Schnapske mott sö; Brotke, wenn sön kann.
Schnaps muß sein; Brot wenn sein kann
Schmetterling
Wer Schnaps trinkt, steckt auch Häuser an.
De dreemt noch vonne gistrige Kämelsopp.
Er träumt noch von der gestrigen Kümmelsuppe.
(er denkt an längst vergangene Dinge)
De Kiekels welle emmer kleker sen als de Kluck.
Die Küken wollen immer klüger sein als die Glucke.
Mien Fuust, die Doot.
Meine Faust, dein Tod
(Drohung)
Wer nich Angst hefft, dem done se ok nuscht.
Wer keine Angst hat dem tun sie auch nichts.
Wat du seggst un de Landrat schött, das gölt datselwige.
Was du sagst und der Landrat sch... gilt das gleiche.
De glupt wi e Boll.
Der glupt wie ein Bulle.
(glupt = böse gucken)

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